How do teachers of German as a foreign language in Japan deal with gender-inclusive language? What do they think about it, and how do they use it in their classes? Together with four other researchers, I explored these questions in a representative study.
Our study, which focused on university teachers in Japan, shows that most of them have a generally positive and open attitude toward the topic. Many already include aspects of gender-inclusive language in their lessons. For example, they may refer to current debates in Germany or present a few examples of gender-inclusive language. Teachers also highlight that this topic offers great opportunities to compare language and culture.
However, there is a clear gap between teachers’ positive attitudes and what actually happens in the classroom. In practice, gender-inclusive language is often only mentioned briefly and is rarely practiced in depth. There are several reasons for this. Many teachers worry that the topic might be too difficult for their students. In addition, the lack of clear official rules and the shortage of suitable teaching materials make it harder to teach. An important finding of our study is that a positive attitude alone is not enough to ensure that gender-inclusive language is taught. What really matters is whether teachers are interested in the topic, understand the public discussion around it, and see it as relevant. These factors help them overcome practical or linguistic concerns.
Our research group concludes that teachers in Japan need more targeted training and better teaching materials to deal with gender-inclusive language effectively. These materials should make use of comparisons between Japanese and German, so that the topic can be taught as an interesting part of cultural learning. In addition, surveys of students about how difficult they find gender-inclusive language could help reduce teachers’ concerns about overwhelming learners.
Presentation “Gendern im Deutschunterricht Eine Umfrage unter DaF-Lehrenden in Japan”, July 29, 2025, at the International Conference of German Teachers 2025 in Lübeck, section “Sprachliche Variation und Gesellschaft: Normen & Wandel”; joint presentation with Elvira Bachmaier, Ralph Degen, Ruben Kuklinski, and Kaoru Yoneyama.
———————————–
Gendern im Deutschunterricht in Japan: Zwischen Offenheit und praktischen Hürden
Wie positionieren sich Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache in Japan gegenüber dem Thema geschlechterneutrale Sprache? Wie gehen Sie im Unterricht damit um? Diesen Fragen ging ich zusammen mit vier anderen Wissenschaftler:innen in einer repräsentativen Studie nach.
Die Untersuchung unter Lehrenden an japanischen Universitäten macht deutlich, dass eine große Mehrheit dem Thema grundsätzlich positiv und interessiert gegenübersteht. Viele Lehrkräfte integrieren Aspekte geschlechterneutraler Sprache bereits in ihren Unterricht, indem sie beispielsweise auf die laufende gesellschaftliche Debatte in Deutschland hinweisen oder einzelne Beispiele zeigen. Das Potenzial für Sprach- und Kulturvergleiche wird dabei besonders betont.
Dennoch klafft eine Lücke zwischen der persönlichen Befürwortung und der tatsächlichen Umsetzung im Klassenzimmer. In der Praxis wird das Thema oft nur kurz erwähnt, aber selten aktiv eingeübt. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Viele Lehrende sorgen sich, ihre Studierenden mit dem Gendern zu überfordern. Zudem erschweren das Fehlen einer offiziellen Normierung sowie ein Mangel an spezifischen Lehrmaterialien die Vermittlung. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist zudem, dass nicht allein eine offene Grundhaltung den Ausschlag gibt, ob Gendern im Unterricht behandelt wird. Vielmehr scheinen ein fachliches Interesse am und Verständnis des Diskurses sowie die wahrgenommene Relevanz des Themas entscheidend zu sein, um sprachliche oder organisatorische Bedenken zu überwinden.
Das Fazit unserer Forschungsgruppe: Um Lehrkräfte in Japan beim Thema Gendern zu unterstützen, bedarf es gezielter Fortbildungen und neuer Unterrichtsmaterialien. Diese sollten insbesondere den Sprachvergleich zwischen Japanisch und Deutsch nutzen, um das Thema als spannenden Teil der Landeskunde nutzbar zu machen. Befragungen unter Studierenden zur wahrgenommenen Komplexität des Genderns könnten zudem helfen, die Angst vor einer Überforderung der Lernenden zu reduzieren.
Vortrag „Gendern im Deutschunterricht Eine Umfrage unter DaF-Lehrenden in Japan“ am 29.07.2025 im Rahmen der Internationalen Tagung der Deutschlehrer:innen 2025 in Lübeck, Sektion „Sprachliche Variation und Gesellschaft: Normen & Wandel“; gemeinsamer Vortrag mit Elvira Bachmaier, Ralph Degen, Ruben Kuklinski und Kaoru Yoneyama.